Projekt Arteducando
Das Spiel mit der Transformation: Kunst-, Theater- und Musikpädagogik zur Förderung von Kindern und Jugendlichen
- Zielgruppen
- Künstler:innen, Pädagog:innen, Sozialarbeiter:innen im Alter von 18-35 Jahren; Kinder und Jugendliche, die von den umgesetzten Projekten profitieren
- Partnerorganisation
- Asociación Hermanos Saíz (AHS)
- Projektlaufzeit
- 2009 bis 2013
Seit über 20 Jahren engagiert sich Zunzúns Partnerorganisation, die Asociación Hermanos Saíz (AHS) in der Ausbildung und Förderung von jungen Kunstschaffenden. Im Sinne der Kulturförderung unterstützt die Organisation junge Menschen dabei, ihr künstlerisches Talent zu entfalten. Der Ansatz, den das Projekt Arteducando, das Zunzún gemeinsam mit der AHS umsetzt, verfolgt, geht jedoch über die Förderung künstlerischen Talents hinaus: Kunst wird hier als pädagogisches Instrument spielerisch eingesetzt, um bei Kindern und Jugendlichen Verhaltensänderungen hervorzurufen und soziokulturelle Transformationsprozesse anzustossen, von denen die gesamte Gesellschaft profitieren kann. Mittels Theater, Puppenspiel und plastischer Kunst werden Kinder dazu angeleitet, sich spielerisch mit den sozialen Problemen ihres Umfelds auseinanderzusetzen, ihr kreatives Potential zu entdecken und ihre sozialen Kompetenzen auszubauen. Aggressives Verhalten, Konzentrations- und Lernschwierigkeiten sollen so abgebaut, die Kinder sich in einem geschützten Rahmen öffnen können und bei der Betrachtung von sozialen Problemen die Perspektive wechseln. Ziel ist das Erlernen von sozialen Fähigkeiten, die Entwicklung von Selbstbewusstsein und die Erarbeitung besserer Konfliktlösungsstrategien.

Ausbildung zum arteducador oder zur arteducadora
Arteducando ist aus dem erfolgreich umgesetzten Projekt TransformArte hervorgegangen und schult junge Künstler:innen und Pädagog:innen in einem innovativen kunstpädagogischen Bildungsansatz und bildet sie zu Multiplikatoren in ihren eigenen Herkunftsgemeinden und -provinzen aus. Um dies zu erreichen, werden den künftigen arteducador@s im Rahmen von Ausbildungskursen kunst- und theaterpädagogische Konzepte und Methoden aus dem Bereich der educación popular vermittelt.
Die Teilnehmenden lernen dabei partizipative Arbeitsmethoden kennen, mit welchen sie Kinder und Jugendliche zum aktiven Experimentieren bewegen, ihr Vertrauen gewinnen, sie näher kennen lernen und auf ihre Bedürfnisse eingehen können.
Basierend auf den Kursen entwerfen die angehenden arteducador@s in einer zweiten Phase selbst Projekte und setzen sie gemeinsam um. So soll sichergestellt werden, dass sie die notwendigen Fähigkeiten erworben haben, um eigenständig arbeiten zu können. Nach der Provinz Granma (2011) fanden Multiplikatorenschulungen in den Provinzen Matanzas (2012) und Cienfuegos (2013) statt.

Ausbildungskurse geben Anstoss zur Vernetzung
Neben dem Erlernen von kunst- und theaterpädagogischen Methoden sind die Ausbildungskurse auch Orte der Vernetzung und des Austauschs. Zwischen 2009 und 2012 ist unter den nunmehr 255 ausgebildeten arteducador@s ein Netzwerk entstanden, in dem Erfahrungen, Ideen und Meinungen zum Thema rege ausgetauscht werden. Daraus haben sich so genannte puntos arteducativos entwickelt – Zentren, in denen in Eigenregie weitere arteducador@s geschult werden.
Artikel über das Projekt
INFANCIA- CUBA: Un trencito sin paradas, veröffentlicht am 27. Oktober 2010 im Internetportal von IPS (Inter Press Service - News Agency)